Tarifvertrag ausbildung galabau

Die Lohnquote ist in Frankreich sehr hoch, und die ECS-Zahlen scheinen die tatsächliche Abdeckung zu unterschätzen. In Wirklichkeit sind fast alle Arbeitnehmer durch sektorale nationale Lohnvereinbarungen abgedeckt. Die jüngsten nationalen Daten sind sehr veraltet, aber sie zeigen, dass die Abdeckung zwischen 1997 und 2004 von 93,7 % auf 97,7 % der Beschäftigten im privaten Sektor gestiegen ist. Die Erhebung, auf der die Zahlen basieren (ACEMO), wurde eingestellt. Darüber hinaus läutet die arbeitsrechtliche Reform vom August 2016 eine umfassende Reform ein, die darauf abzielt, Vereinbarungen auf Unternehmensebene Vorrang vor Vereinbarungen auf sektoraler Ebene oder dem Gesetz selbst zu gewähren, wenn letzteredies vorsieht. Diese Umkehr ist bereits im Gesetzentwurf versuchsweise im Zusammenhang mit der Arbeitszeitgesetzgebung vorgesehen. Damit wird eine Dezentralisierung der Tarifverhandlungen herbeiführen. Jeder Mitarbeiter muss eine tägliche Ruhezeit zwischen zwei Arbeitstagen haben. Die gesetzliche Ruhezeit beträgt mindestens 11 aufeinanderfolgende Stunden (Arbeitsgesetzbuch, Artikel L3131-1). Ausnahmen von diesem Zeitraum können jedoch durch Vereinbarung oder Vereinbarung festgelegt werden (Arbeitsgesetzbuch, L3131-2). Ein Tarifvertrag kann jedoch nicht dazu führen, dass die tägliche Ruhezeit auf weniger als neun Stunden verkürzt wird.

Arbeitnehmer dürfen nicht länger als sechs Tage hintereinander arbeiten (Arbeitsgesetzbuch, Artikel 3132-1) und die wöchentliche Mindestruhezeit beträgt 35 Stunden (Arbeitsgesetzbuch, Artikel 3132-2). Ausnahmen sind jedoch möglich. Jede Arbeitsstunde über den gesetzlich festgelegten 35 Stunden zählt als Überstunden. Seit dem 1. Januar 2017 kann eine Vereinbarung auf Unternehmensebene die Zusatzzahlung für Überstunden festlegen. Dann kann die Zusatzzahlung nicht unter 10 % liegen, aber sie kann niedriger sein als der Satz, der im jeweiligen Branchentarifvertrag festgelegt ist. Wenn keine betriebs- oder branchenbezogene Vereinbarung gilt, muss der Arbeitgeber Überstunden mit zusätzlichen 25 % für die ersten acht Überstunden pro Woche und 50 % für jede zusätzliche Stunde kompensieren. Alternativ kann eine Branchen- oder Betriebsvereinbarung die Überstundenzahlung durch eine zusätzliche Auszeit ersetzen. Die Höchstüberstunden werden gesetzlich auf 220 Stunden pro Jahr festgesetzt, aber sektorale oder betriebliche Vereinbarungen können sich innerhalb bestimmter Grenzen von den Bestimmungen verschlechtern. Seit dem 1. Januar 2017 können Vereinbarungen auf Unternehmensebene Flexibilitäten über die maximale Arbeitszeitdauer einführen. In jedem Fall darf die tägliche Arbeitszeit jedoch 12 Stunden pro Tag (oder Nacht), 46 Stunden über einen Zeitraum von 12 aufeinanderfolgenden Wochen und 48 Stunden pro Woche nicht überschreiten.

Die Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet (Arbeitsgesetzbuch, Artikel L. 4121-1), psychosoziale Risiken zu bewerten und die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um den Schutz und die Sicherheit der psychischen und körperlichen Gesundheit der Arbeitnehmer zu gewährleisten. Zu diesem Zweck müssen die Arbeitgeber Maßnahmen ergreifen, um die Ursachen der Risiken anzugehen und die Arbeitsbedingungen entsprechend anzupassen. Letzteres könnte die Konzeption von Arbeitsplätzen, die Anpassung der Arbeits- und Produktionsmethoden umfassen, um beispielsweise monotone Arbeit und Arbeit mit vorgegebener Arbeitsrate, technische Unterstützung und andere Maßnahmen zu vermeiden. Darüber hinaus sind die Arbeitgeber verpflichtet, die Risikoprävention ganzheitlich zu planen, wobei technische Aspekte, Arbeitsorganisation, Beschäftigung und soziale Beziehungen, insbesondere im Hinblick auf moralische und sexuelle Belästigung, zu berücksichtigen sind. Darüber hinaus gibt es zwei nationale sektorübergreifende Abkommen, die sich mit psychosozialen Risiken befasst haben, nämlich das Abkommen von 2008 über Stress am Arbeitsplatz und das Abkommen von 2010 über Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz.